Krippenerstellung der Schützen

Die Schützenkompanie restaurierte die alte Kirchenkrippe von Weiler 1945 und fasste die Portraitfiguren von Noflaner im Jahre 2001 neu. In der sehr schwierigen Recherchen um die Krippenentstehung und die Richtigkeit der Portraitfiguren, hatte ich unlängst die Möglichkeit, jene noch lebende Zeitzeugin kennen zu lernen die als junge Dame, dem ganzen Krippengeschehen direkt beiwohnte. Es war die 2003, 86 jährige Nichte von Hw. Pfarrer Anton Zech, Frau Maria Zech, die ihm damals als Pfarrköchin zur Seite stand. Durch sie konnte ich viele Lücken in dieser Geschichte schließen und Nachfolgendes über diesen Herrn Pfarrer und den Grödner Schnitzer Herrn Noflaner erfahren.

PFARRER ANTON ZECH (L)
PFARRER KASPAR HAMMERER (R)

Es begann um 1944, Ende zwoten Weltkriegs, als der Herr Hw. Pfarrer Anton Zech im Eisenbahn Waggon, einem älteren Herrn mit einem Rucksack voller Schnitzfiguren begegnete. So stellte sich Besagter als Herr Noflaner aus Gröden aus Südtirol stammend vor. Er, der wie tausende Südtiroler das Los der Verfolgung, Ausweisung, Heimatenteignung, durch die Iridenta Faschisti Italiana ertragen musste, wohnte nun in Dornbirn in einer Südtiroler Siedlung. So kam man zur Übereinkunft, dass er für die Weiler Bevölkerung eine Kirchenkrippe samt geschnitzten Figuralitäten erstellen konnte. Pfarrer Zech spendete somit nicht im Finanziellen diese Krippe, sondern als Initiator und Organisator, trug er aber gewiss auch Finanziell sein Scherflein bei.

WEILER KRICHENKRIPPE

Das Holz spendierte der damalige Waldhirt Eugen Morscher sen. Jhg. 1897. Der Waldhirt selbst fällte auf der Klauser Platte im Erlenried einen Erlenbaum. So sammelten sich Burschen und Männer am Dorfplatz, wo ein Jeder vom Schnitzer Portraitskizziert wurde. Die heute jüngsten Krippenbuben sind schon ein paar Jahre in Pension. In dieser Wirtschaftslage wurde dann die Krippe hauptsächlich durch Erlös von Getreide, Mehl, Nahrungs und Futtermittel finanziert, also von der Dorfbevölkerung selbst. Auch der Mannsgroße Jesus an der Kirchenschiffseite stammt von Noflaner.

WEILER KRICHENKRIPPE (VOR DER RESTAURATION)

Wenn man vor einer Krippe steht, ist es doch immer wieder ein einzigartiges Gefühl, eine Faszination die auf wundersame Weise auf einen zukommt. So viele Eindrücke entstehen in einem wunderbaren Gefüge von Natur, Farben, Dingen, Gebäude, Figuren, Bilder und noch so vielem mehr. Wenn ein Werk entsteht, wird es natürlich immer durch den jeweiligen Künstler geprägt. Ein Kunstwerk ist in Wahrheit nie fertig. Dazu kommt die Vielseitigkeit der Menschen, jeder mit anderen Augen sehend, leider meist erst hinten nach, dieses Werk zu bestaunen. Dass man nicht Jedem gemäß der Ausführung gerecht werden kann, ist die eine Sache, was von mir auch gerne toleriert wird, hoffe ich aber doch im Sinne jedes Betrachters, zumindest mit Respekt das Erschaffene in so unzählbar vielen Stunden mit viel Hingabe ohne Positivum - Negativum, in stiller Andacht das Geschehene in der Krippe zu würdigen.

FASSUNG MALER EISELE

Wir als Traditionsschützen tragen diese Tradition und Kultur nicht nur im Erscheinungsbild der Schützentracht, sondern unsere Inhalte sind um vieles umfangreicher. Eine dieser Aufgaben ist die Wiedereinführung oder Erhaltung alter Traditionen, Pflege und Förderung der Kultur, kameradschaftliches Miteinander. In diesem Sinne entstand meine Idee, die längst baufällige Kirchenkrippe neu zu gestalten. Einen großen Dank mit Respekt, gebührt unserem Ehrenschützenkuraten Herrn Hw. Pfarrer Kaspar Hammerer, der meinem Geschicke vertrauend, mich so ganz einfach salopp gesagt "machen ließ".

RESTAURIERTE FIGUR

Mit Gottvertrauen ist die Krippe auch vollends ein gelungenes Werk aus der Sicht vieler Mitbürger, auch gemäß dem Fachmann des Krippenbauvereinverbandes in vollster Zufriedenheit. Bevor ein Werk entsteht, braucht es von Anfang an eine Grundidee, Vorstellungen und Gedanken. Als ausgebildeter Maler bin ich den Fachgrundsätzen der Restauration kundig. Dies verstärkte sich durch mein Streben, die Herausforderung, Altes zu erhalten in Kombination des Neuen.

RESTAURIERTE FIGUR

Jede Epoche trägt Positives und Negatives, wie halt das Leben spielt. Das Fundament war also auf die Krippe bezogen, dass der Originalcharakter in der Grobheit der Erscheinung erhalten blieb, diverse Feinheiten und neuzeitliche Vorteile durch neue Erkenntnisse durchwegs aber auch Berücksichtigung fanden. Daraus das jeweils Beste einzufügen, war mein selbst gesetztes Ziel als große Herausforderung all meiner Fähigkeiten.

DIE HEILIGE FAMILIE

Dass wir Schützen das Aufstellen, Abbrechen und die Wartung übernehmen, ist für uns natürlich selbstverständlich so auch den Ehrenschutz über dieses gelungene Werk samt Figuren.

Eisele Siegfried

RESTAURIERTE FIGUR