Wie die Tracht der Scharfschützen des Vorderlandes entstand
Nach Jahre langen Recherchen entdeckte ich in Übersaxen am Deckengemälde der Seitenkapelle ein Trachtenpaar, inhaltlich der Thematik zeigt es die Sünde. Gemalt wurde es genau im Jahre 1800, also zur Zeit der Franzosenkriege.
Links sieht man einen großen, feurigen Drachen der im Begriff ist alles zu verschlingen. Auf seiner Nase sitzt ein kleiner Teufel mit einer Geige, um den Menschen zu verführen. Hinter dem Paar steht der Geißbock mit der Hexe. Diese Dinge symbolisieren Verleugnung, Hass, Getratsche und Verurteilung.
Daneben steht ein Paar. Die Frau trägt exakt die von unserer
Vorderländer Dichterin Anna Hensler um 1900 beschriebene
Vorderländer Frauentracht wie sie ihre Großmutter in ihren
jungen Jahren damals noch getragen hatte. Einzig auf dem Bild
anders dargestellt; ihr Unterrock sichtbar gemalt, der
eigentliche schwarze Rock ist nur angedeutet. Es stellt damit zu
dieser damaligen Zeit ein leichtes Mädchen dar.
An ihrer Seite steht ein Herr in Tracht. Es zeigt sich das typisch futurale Innenrot des dunkelgrünen Rocks, dass es sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit um einen Scharfschützen handelt. Verstärkt wird diese Überlegung durch seine Kopfbedeckung. Es handelt sich um einen, zu dieser Zeit getragenen hohen Militärsdreispitz, oder eher Militärischen Schiffhut. Diese Form war keinesfalls Zivil, sondern es trugen diesen meistens Offiziere. Dies verstärkt sich mit der abgezeichneten Herz Neuner Jasskarte. An Stelle dieser wurde damals die Militärrosette mit der Fiederung getragen. In der Hand hält er einen Becher Wein.
Verstärkt wird meine Vermutung durch eine Schützentafel
ebenfalls 1800 gemalt in Feldkirch. Sie zeigt dieselben Dinge
und besagt dass sich das Vogteiamt beschwere, weil sich die
SCHÜTZEN bei all zu später Stunde sich zu viel dem WEINE, WEIBE und
dem SPIELE frönten. Hier handelt es sich zweifelsohne um einen
Schützen. Zur Sünde von Wein, Weib und Spiel eben diese etwas sündig
angehauchte Organisation. So beschlossen wir diese Trachten entgegen
den damaligen Vorstellungen des damaligen Trachtenverbandes, trotzdem
original nachschneidern zu lassen.
Eine Männertracht um 1650 Euro finanzierten wir Schützen zusammen aus eigenem privaten Vermögen. Zwei Frauentrachten wurden von unseren Marketenderinnen selber berappt.
Dank vieler Kontakte durch Di Matteo Carlo konnte Dieser einen Sponsor finden. Herr Ehrenwaffenträger REINHOLD RIEGLER ermöglichte uns vier Trachten. Herr Riegler ist Großmeister und Souveräner Großkomtur des Ordens vom Heiligen Geist.
